Schuldenkrise verhilft Deutschland zu kostengünstiger Finanzierung

30.9.2011 Obwohl die Verschuldung der Bundesrepublik Deutschland hoch ist und ständig weiter steigt, freut sich der Bundesfinanzminister über das niedrige Zinsniveau bei der Begebung neuer Anleihen. Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere. Der Staat (Schuldner) nimmt beim Käufer der Staatsanleihen (Gläubiger) einen Kredit auf. Hat der Schuldner eine gute Bonität, so ist er anderen Schuldnern gegenüber im Vorteil; er kann billige Kredite aufnehmen.

Während sich Frankreich Sorgen um seine Bonität macht, sind Italien und Spanien bereits weiter abgestuft worden. Das Vertrauen in Griechenland ist ganz gestört. Wie ein privater Schuldner, der eine zweifelhafte Bonität hat, so müssen auch Staaten mit schlechter Zahlungsfähigkeit für Finanzierungskosten (Zinsen) tiefer in die Tasche greifen als gute Schuldner. Das wird teuer. Denn jeder höhere Zehntel-Prozentpunkt schlägt mit Milliarden Euro höheren Zinskosten zu Buche.

Anders in Deutschland. Hier steigt die Nachfrage nach Staatsanleihen aufgrund der nach wie vor guten Bonität. Daraus folgt, dass der Staat bei neuen Anleihen weniger Zinsen aufwenden muss. Jedoch wird sich im Verlauf der EU-Krise zeigen, ob Deutschland weiterhin vom niedrigen Zinsniveau profitieren kann.

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